Dienstag 09.06.2020,

Musikalische Leitung: Thomas Guggeis / 
Cornelius Meister
Regie: Peter Konwitschny
Bühne & Kostüme: Bert Neumann
Licht: Lothar Baumgarte 
Video: Philip Buß­mann 
Chor: Bernhard Moncado 
Dramaturgie: Juliane Votteler
Mit David Steffens, Kai Kluge, Shigeo Ishino, 
Beate Ritter, Esther Dierkes, Catriona Smith, 
Maria Theresa Ullrich, Stine Marie Fischer, 
Björn Bürger, Elke Twiesselmann u. a. 
sowie Staatsopernchor und Staatsorchester
 
Veranstaltungsort: Oper Stuttgart

Die Zauberflöte

von Wolfgang Amadeus Mozart

Wer ist gut? Wer ist böse? Und wenn ja, wie lange? In kaum einer anderen Oper sind den Figuren so deutlich Brüche eingeschrieben wie in Mozarts Zauberflöte. Und kaum ein anderes Werk chan­­giert so sehr zwischen verschiedenen Zuschreibungen, ist gleichzeitig Märchen, Mysterienspiel, Kasperle-Theater, ist Volks­­­theater und freimaurerische Geheimlehre in einem. Zumindest so viel ist sicher: Alles bleibt anders und Die Zauberflöte ein faszinierendes Stück Musiktheater, auch wenn sie dank ihrer eingängigen Arien die vielleicht bekannteste Oper überhaupt ist. Wer kennt sie nicht, die Arie der Königin der Nacht: „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“, Papagenos „Der Vogelfänger bin ich ja“ oder Taminos „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“. Als Singspiel 1791 in Wien uraufgeführt, mithin zu einer Zeit, die die kommenden, ganz Europa verändernden Umbrüche der wenige Jahre später einsetzenden französischen Revolution noch nicht kannte, ist die zweiaktige Oper mit dem Libretto von Emanuel Schikaneder ein typisches Werk im Zeitgeist der Wiener Klassik. Peter Konwitschnys vieldiskutierte Ins­zenierung von 2004 erzählt Mozarts janusköpfiges Meisterwerk in einem extrem reduzierten Setting und nimmt das Stück und seine Ungereimtheiten ernst, statt sie hinter oberflächlichen Märchenopernklischees zu verstecken.