Sonntag 11.11.2018, 19 Uhr

Einführung 18 Uhr
mit Albrecht Dürr
 
Mezzosopran: Anna Haase
(Kindertotenlieder)
 
Sopran: Ulrike Maria Maier
Tenor: Roger Gehrig
Tenor: Philipp Nicklaus
Bass: Simon Stricker
 
Ensemble musica viva, Stuttgart 
(Einstudierung: Sabine Kraut)
Chorgemeinschaft der Kath. 
Gesamtkirchengemeinde Backnang
Leitung: Reiner Schulte
 
 
Baumgärtner-Saal
VVK 24.- / 20.- / 16.- €
erm. 20.- / 16.- / 12.- €
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Trost für die Untröstlichen

Mahlers Kindertotenlieder,
Schuberts Messe in Es-Dur

„Ich kann es wohl begreifen, dass man so furchtbare Texte komponiert, wenn man keine Kinder hat, oder wenn man Kinder verloren hat. Ich kann es aber nicht verstehen, dass man den Tod von Kindern besingen kann, wenn man sie eine halbe Stunde vorher, heiter und gesund, geherzt und geküsst hat ! “ Dass ihr Mann sich gerade im Juli 1904 daran machte, Orchesterlieder nach Texten von Friedrich Rückerts Kindertotengedichten zu komponieren, konnte seine Frau Alma nicht nachvollziehen. Mahlers ältere Tochter war zu diesem Zeitpunkt gerade zwei Jahre alt und die jüngere eben erst geboren. Rückblickend war Alma klar: Der Zyklus war eine Vorahnung. „Er hat mit den ‚ Kindertotenliedern‘ sein Leben ‚ anticipando musiziert ‘ “, schreibt Alma Mahler in ihren Erinnerungen. Nur drei Jahre nach den Kindertotenliedern stirbt seine ältere Tochter.
Seine letzte große Messe, die Es-Dur-Messe, hat Franz Schubert im Sommer seines letzten Lebensjahres komponiert. Gehört hat er sie nicht mehr, erst im Oktober 1829 erklang sie zum ersten mal. Für Schuberts Freunde war die Messe mit ihrer elegischen Grundfarbe dessen Requiem. Den Rahmen und die Begrenzungen der Liturgie hat sie weit hinter sich gelassen; sie ist aus der Kirche ausgezogen in den Konzertsaal als den Tempel der Tonkunst. Aber nur, um noch ein Stück weiter ins Terrain jenes Unsag­baren vorzudringen, das man Religion nennen kann.