Freitag 14.12.2018,

Musikalische Leitung: Alejo Pérez
Regie: Alex Ranisch
Bühne: Saskia Wunsch
Kostüme: Bettina Werner & Claudia Irro
Licht: Reinhard Traub
Dramaturgie: Ingo Gerlach
Chor: Manuel Pujol
Mit Goran Juric, Stine Maria Fischer, 
Johannes Kammler, Elmar Gilbertsson,
Kai und Daniel Kluge sowie Staatsopernchor 
und Staatsorchester
 
Veranstaltungsort:
Oper Stuttgart
 

Die Liebe zu drei Orangen

Oper von Sergej Prokofjew

Zum Lachen in den Keller zu gehen, gilt gemeinhin als schlechtes Zeichen. Entweder für den Charakter desjenigen, der in den Keller geht, oder aber in Bezug auf die Umstände, die ihn dazu zwingen. Ob Prokofjew zum Lachen in die USA gefahren ist, ist nicht zweifelsfrei überliefert. Fest steht, dass er seine von Krieg und Revolution gebeutelte Heimat Russland verließ und bereits auf der Reise mit der Oper begonnen hat. Sie handelt von einem Prinzen, der nicht lachen kann, dann zwar dank eines Ausbruchs von Schadenfreude geheilt, aber gleichzeitig bestraft wird, indem er sich in drei Orangen verlieben muss. Das ist natürlich grober Unfug oder zumindest grotesk.
Die Frage, worüber man lacht, ist durchaus philosophisch, und wenn Farfallo den Zauberer Celio fragt, ob er ein richtiger oder nur ein Theaterzauberer sei, dann überlagern sich die Erzähl­ebenen aufs Schönste.
Ähnlich wenn der Regisseur Axel Ranisch in seiner Biografie schreibt, dass er als dickes Kind zweier Leistungssportler viel Zeit bei seinen walzertanzenden Großeltern verbrachte – was davon wahr, was erfunden ist, bleibt verborgen. Zumindest hat Ranisch überall gelacht und seine Inszenierung der „Liebe zu drei Orangen“ wird ein großer musikalischer Spaß.